fol. 480                                      Das Herzogtum Westfalen

Namen der Landdrosten seit 1261.

Extractus Juris statutarii
Arnsbergensis, et provincialis
westfalici.

Verzeichnis der Oerter,
so ins Herzogtum Westfalen
- - - Herzogtum Engern,
- - - Grafschaft Arnsberg
geh├Ârig etc.

Attendorn 1795 - 4. Mai F. Anth├ęe Staabsfourir beim
Herrn Generalen F. von Kleist.

fol. 481
Das Herzogtum Westfalen

begreift einen Theil des Herzogtums Engem, und die demselben vom Jahre 1368 anklebige Grafschaft Arnsberg, geh├Ârt dem hohen Kurf├╝rstlichen Erzstift K├Âln, ist auf dem sogenannten Haarstrange zwischen der Lippe, und Mohne vom Amte Werl, bis einschlieslich das Amt Geseke, eben, und an Getraide sehr fruchtbar, in seinen andern Teilen aber durchgeehends geb├╝rgich, mit Waldungen, Wiesen, Fl├╝├čen, B├Ąchen, Wildprett, Fischen, Salzwerken, Marmor, Leyen-, Erz- und Eisenbr├╝chen, auch H├╝tten und H├Ąmmern wohl versehen.

Es wird erstlich nach der geistlichen Verfassung in Dekanaten und Pfarreyen dies- und jenseits der Rhur abgeteilet.

Demn├Ąchst bestehet es nach der b├╝rgerlichen Einrichtung in nachbenannten Aemtern: Arnsberg - Fredeburg - Waidenburg (worunter auch Attendorn geh├Ârig) Bilstein - Balve - Menden - Werl mit Neheim - Oestinghau├čen - Erwitte - Geseke - Ruthen - Brilon - Stadtberg - Volksmarsheim - und Medebach.

Hiervon sind diese 6 Kirchspiele, als: Eppe - 1663 und kurz vor diesem Jahre, Godelsheim - M├╝nden - Neunkirchen an Waldek - Fraume├čkirchen [=Bromskirchen] an Hessen - Girkhau├čen aber an Berleburg ├╝bergegangen. - Ohne diese ist Lippstadt in vorigem Jahrhundert zum Pfand gegeben, und im Jahre 1444 die sogenannte Soestsche B├Ârde mit der Stadt Soest- 9 St├Ądte, und 10 Landkirchspiele, benebst andere Dorfschaften zu der Grafschaft Mark gelanget.

fol. 481 v
Im nat├╝rlichen Verhalte wird das Herzogtum durch Fl├╝├če unterschieden, wovon die Lippe der erste ist, hierdurch wird es von dem Hochstift M├╝nster abgesondert - sie hat im Stifte Paderborn oben Lippspring ihren Ursprung, nimmt bei Neuhau├č die Pader, und Alme - bei H├Ąren die Aase zu sich, flieset durch die Grafschaft Mark das Herzogtum vorbei, und vereiniget sich ober Wesel mit dem Rheine.

Die Diemel ist der zweite, entstehet in dem F├╝rstentum Waldek, flieset Stadtberg vorbei, und ergeust sich endlich in die Werra.

Die Lenne entspringt ohnweit Winterberg, sie hat ihren Zuwachs durch die Hundeme, die Bigge, die Fretter, und wird in der Grafschaft Mark bei dem Dorfe Siberg von der Rhur verschlungen.

Die Rhur als der st├Ąrkste dieser Fl├╝├čen kommt auch noch bei Winterberg aus dem Schoose der Erden, sie durchschneidet das halbe Herzogtum, und nimmt fast alle kleinen Fl├╝├če, n├Ąmlich die Elpe - die Valme - die Henne - die Wenne -die R├Âhr - die Mohne - die Hone mit mehrern andern zu sich, und dr├╝kt sich mit der Lenne vereiniget zwischen Duisberg, und Rhurort in den Rhein.

                                                                  Aus: Friedrich Anth├ęes Geb├Ąudestatistik des Herzogtums Westfalen (1795)
                                                                                                                       Renate Borkowski / Michael Gosmann