Platte 3

- B N Ahse, neue Ahse,
Bach, im Osten der Gemarkung mit dem/der Binden Bach heute als Vorfluter 2. Ordnung zusammengeführt und südlich an Haus Brockhausen vorbeigeleitet, auch westlich davon nach Süden verlegt.

- B W N Ö Ahse, alte Ahse,
mwf. Arzene, Orsne. In der Brockhauser Gemarkung der ursprüngliche Grenzfluß zwischen Soester Börde und dem Amt Oestinghausen, Zufluß der BrockhauserMühle und weiter westlich Zufluß der Hohoffsmühle in Oestinghausen.

B An der Ahse, Zur Ahse,
BK: Suerland zur Ahse und Husmann zur Ahse, 15. Jahrhundert: der grote und (der kleine) Hof tor Ahßen. 1992 ist An der Ahse Straßenbezeichnung für die Höfe Nr. 6 und Nr. 12.

W Ahße Mersch,
Flur in der Weslarner Gemarkung, östlich Haus Ahse. Rez: W, gehört Landrat a.D. Florenz v. Bockum-Dolffs (Völlinghausen...).

- B N Apothekerweg,
VM. Weg, der von der Löwen-Apotheke Hovestadt zur Brockhauser Gutsmühle führte, südwestlich von
Haus Brockhausen die Blinde Bach auf einem Steg überquerte, von dort diagonal über den Bruch ging, die Rosenaubrücke beim Hause Nr.42 als Übergang nutzte und über den Hof Thomas (Nr. 13) die Dorfbörne berührte, von wo aus die umliegenden Anwesen auf normalen Wegen zu erreichen waren. - Auch die "Baronin" ging über den Hof Nr.13, wenn sie im Dorf zu tun hatte. - Am Wietin war man dagegen auf die Soester Apotheken hin orientiert, wie eine Arzneirechnung des dortigen Löwen-Apothekers Gottlieb Waltherfür Schulze-Wietis aus dem Jahre 1791 belegt. - Zu erwähnen ist ein Anschreibebuch der Hovestädter Apotheke Ebbinckghuysen aus der Zeit zwischen 1804 und 1816. Es gibt Aufschluß über die Brockhauser, Hüttinghauser und Weslarner, die von dem Arzt und Apotheker Dr. med. Anton Ebbinckhuysen behandelt und beliefert wurden. - Das Apotheken- Anschreibebuch befindet sich im Besitz der Apothekerfamilie Winterseel in Hovestadt. Der abgegriffene Halblederband (16 x 39 cm, 257 Seiten) enthält die Namen (teilweise mit Angabe von Beruf und Wohnort) von etwa 170 Kunden. Von dieser Klientel sollen neben einigen ändern Personen vor allem die aufgeführten Brockhauser und Weslarner in alphabetischer Reihenfolge festgehalten werden. Zur besseren Übersicht werden die Ortsangaben vereinheitlicht: auf Brockhausen meint die Bewohner des Gutes, zu Brockhausen die Dorfbevölkerung. (Das letztes Blatt fehlt).

Algemissen, Pater auf Haus Brockhausen

Herr von Krane auf Brockhausen

Naderhof zu Weßlar

Brusis zu Brockhausen

Lütke im Dahl (bei Haus Ahse)

Neuhaus zu Weßlar

Cordes, Haushälterin auf Brockhausen

Lohmann zu Weßlar (Küsterfamilie)

Neuhaus, Josef, Kutscher auf Brockh.

Christiani, Schlüter auf Brockhausen

Melchers zu (auf) Hs. Brockhausen

Rousselin, Vicarius zu Düssen

Frantz auf’m Asshoff

Micheln zu Weslarn

Strumann in Nordwalde

Koch, Conrad, Bediensteter

Mimberg, Müller auf Brockhausen

Wiebusch, Tierarzt(!)

Koch, Wärterin auf Brockhausen

Müller zu Weslarn

 

 

 

 

 

 


N Aschhoff, Asshoff +
BK: ehem. Hof und Flur westl. der Brockhauser Mühle (Nordwald), hd. Eschenhof. Eine ältere Bezeichnung ist Rudolfshof.

B Bache, Über der, Über der Becke,
W zu Varnholt (Nr.2) an der Schledde. Wahrscheinlich identisch mit dem Folgenden.

 

Platte 4

B Balkenkamp, auf’m +
BK: A am Kreuzweg, ? PN: möglicherweise auf die Ritterfamilie Balke in Balksen zu beziehen.

B Bauer, auf der +
BK: Versammlungsplatz der Bauern bei Schwinnenkotte im Vordorf. Platz derVogelstange im Vordorf (1585). Woe: Bauerschaft, Gesamtheit der Hofesbesitzer des Ortes. Vgl dazu Bauerplatz.

[3.126] Bauerplatz, Auf der Bauer, An der Bauer, Am Bauerweg,
BK: westl. der Dorfbörne, urspr. Versammlungsplatz der "Hausleute" oder der Bauerschaft (1685), um 1920 Standplatz der Dreschmaschine für die Kötter, heute W oder Teich, daran der Bauerweg.
1992 ist Am Bauerweg Straßenbezeichnung für die Anwesen zwischen 'Auf der Bauer" und der K 36
(Am Wietin). Rez: Am Bauerweg, Hofraum und G, gehört zu Schneider Heinrich Sträter (Nr.36), Hof räum, G, A, gehört zu Maurer Alexander Heinemann (Nr.37), Zugang also vom Bauerweg aus. - Daß sich der alte Bauerweg und auch der Weg vom Wietin nach Norden nicht mit den heutigen Verkehrswegen decken, ist sinnvollerweise durch die Präposition am zum Ausdruck gebracht.

B Becke, Auf der +
BK: Hüttinghauser W am Hüttinghauser Bach , nd.

[1.24 ff] Becke, Ober der,
BK: Flur und Acker südlich des Pörtinghofes östlich der Straße nach Soest zwischen Vordorf und Hammer Lande, die Schledde übergreifend. Rez: A, gehört zur Oestinghauser Pastorat, zum Hofe Wulfert (Nr. 10). zu Kaufmann Wilhelm Vogt (Oestinghausen Nr.31), Hofraum, G, gehört zu Schlossermeister Josef Busemann (Nr.46, in Brockhausen).

B Berge, Am feren +
BK: hd. am fernen Berge, W östlich des Remlingsberges.

B Berge, Auf’m obersten +
BK: A zu Sauerland, Willingheppen (Nr.3), nd.

B Berge, Auf’m, Auf’m Remmelsberge,
BK: A und W, hd. Remlingsberg, PN (?)

T Berggraben, Auf’m +
BK: Grundstück an der Grenze zu Thöningsen. Vgl. Aufm obersten Berge.

- B Bergweg,
Weg vom Innerdorf auf den Remlingsberg, der nach Osten weiterläuft. Ein anderer Weg führt von Gut Ahse auf den Remlingsberg.

B Binnerhoff +
BK: Innerer Bereich des Wietis-Hofes, nd.

T Bleiche +
Flur nordwestlich des Bülkamps, Rez: A, gehört zu Landwirt Adolf Clemens (Willingheppen Nr. 4).

B Bleichwall, Auf’m,
BK: G und W zu Hof Nölle (Nr.7). Hier wurde um 1910 Leinen gebleicht. Rest des Wall- und Grabensystems eines "Timpels". 1754 läßt hier von Krane das zu Haus Brockhausen gehörige "Rohte Haus" abbrechen.

 

Platte 5

B Blick, Auf’m +
BK: A am Remlingsberg.

 B Blinde Bach, Der oder Die,
mwf. die blinde Bach, hd. der blinde Bach, entsprang westl. Gut Ahse und mündete westl. Haus Brockhausen in die alte Ahse, nach 1955 mit dieser zur neuen Ahse zusammengeführt.

B Blomenfelde, Im +
BK: zu Buse (Nr. 4) in Willingheppen gehörig, nd.

W Bogen, Op dem, auch Op dem Bügel,
1828: Flur, gehört zu Weslarn, A zu Haus Hüttinghausen gehörend, nd.

B Bohnenkamp +
BK: A westlich vom Drotholt, vgl. Wickenkamp.

B Bollbrücke,
mnd. für Bohlenbrücke. Urspr. Holzbrücke an der Kreuzung der Kreisstraßen K 6 und K 36 und über die sogen. Umflut der Rosenau. Auch heute im VM Bezeichnung für die Steinbrücke an dieser Stelle. Etwa 30 m südlich der Straßenkreuzung zum Wietin hin lag nach dem Zweiten Weltkriege die erste Haltestelle der RLE-Busse an der K 36, sie wurde später ins Dorf verlegt und befindet sich jetzt an der Dorfbörne. Im Zuge der Anlage des Fuß- und Radweges bis zur Abzweigung nach Lütkenbrockhausen wurden auch die Fundamente des Wartehäuschens durch die Fa. Dickel im April 1995 beseitigt.

B Bombrügge +
mwf. für Baumbrücke, BK: Ehem. Schleddebrücke bei Varnholt (Nr.2). Die Bohlenbrücke, die "bei jedem hohen Wasser abgespült wird", ist 1844 repariert worden. (Eintragg. im Gem.-Protokollbuch l. vom 11. Mai 1844).

[2.076] Breit(e) Mersch,
Flur an der Ahse zwischen Lütgenbraucker Mersch und Hintermersch, W, zu Haus Brockhausen gehörig. Rez: W, gehört zu Amtmann und Rittergutsbesitzer Adolf v. Kleinsorgen (Nr.31).

B N Brockhauser Brücke,
Seh (1691). Die Brücke bei der Brockhauser Mühle über die Ahse ist wohl von den Besitzern des Gutes errichtet und unterhalten worden. Während des Siebenjährigen Krieges, als die französischen Truppen im Nordwälder Raum aufmarschieren und ihn behelligen, erwägt von Krane, die Brücke durch eine Schranke schließen zu lassen. Auf eine solche frühere Sperre spielt der Brockhauser Gemeindevorstand an, als es um den Ausbau und die Unterhaltung des Weges von Thöningsen nach Nordwald geht. "Der Weg (wird) von Herrn von Kleinsorgen, dessen Ländereien zum bei Weitem größten Theil nach der entgegengesetzten Seite (d. h. in der Gemarkung Nordwald) liegen, meistens nur zu Vergnügungsfahrten benutzt". Nachträglich wird noch bemerkt, daß die Gemeinde Brockhausen die Öffentlichkeit dieses Weges bestreitet, vielmehr behauptet, derselbe laufe an der Mühle aus. Die Brücke über die Ahse habe nicht allein derBesitzer des Gutes stets unterhalten, sondern derselbe habe in früheren Jahren das Passieren derselben untersagt." (Gemeinde-Protokollbuch l. 31. Dez. 1878). - Auf die Problematik der Benutzung der "im Kölnischen" liegenden Mühle durch die Mühlengäste der Umgebung wird an anderer Stelle Bezug genommen.

 


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