
Hof Eickman, heute im Besitz der Familie Korbmacher
 Liudolfinger sächsische Könige und Kaiser Die große Zeit der Burg Hovestat währte jedoch nicht lange, denn schon die Söhne des berühmten Ahnenpaares teilten ihr Land in der Weise, daß die Liudolfinger den östlichen Teil und damit die Herzogsgewalt über Sachsen, den westlichen Teil aber die Cabbonen als Grafen von Westfalen erhielten. In der dritten Generation zog Graf Hermann 1 (889-913) nach Werl, dem zentralen Punkt des Hellweges.
Hovestat: Lehen des Erzbischofs von Köln Hovestat verbleibt jedoch im Besitz der Grafen von Westfalen. 1231 wird das castrum Hovestat erstmals urkundlich bezeugt, der Erzbischof von Köln als weltlicher Herrscher über das Herzogtum Westfalen vergibt das Lehen Hovestat an adelige Gefolgsmänner. Als Lehnsträger tauchen die Namen Schultheiß von Soest, Wulf von Lüdinghausen, Hunold von Plettenberg, Conrad und Friedrich von Kettler, Goswin von Rodenberg, Gottschalk und Conrad von Brockhausen, Gottfried und Goswin von Heessen, Dietrich von Hornrode, Stephanus und Ludolph von Welver, Rabodo und Berthold von Holthausen, Conrad von Meininghausen u.a. auf.

Romanisch-gotische Kirche in Herzfeld, im 13. Jahrhundert erbaut
 Althoff, ein Lehen des Klosters Werden Der im Besitz der liudolfingischen Linie verbliebene Grundbesitz Altenhof -oder auch Althoff- wird vermutlich mit der Schenkung des Herzfelder Königsgutes durch den liudolfinischen König Arnulf an das Kloster Werden im Jahre 898 ebenfalls Klosterlehen.
Die kurkölnische Burg Hovestat war in den Fehden des Mittelalters ein strategisch wichtiger Punkt, da sie den Lippeübergang ins Münsterland abzusichern hatte. Im Verlaufe des 14. Jahrhunderts wird die Burg dreimal zerstört und wieder aufgebaut.
Hovestat und die Soester Fehde In der Soester Fehde zwischen 1444 und 1449 war die Burg Hovestat die Operationsbasis des Kölner Erzbischofs Dietrich von Moers gegen die mit dem Herzog von Cleve verbündete Stadt Soest.
Es gab viele Scharmützel zwischen den Burgmännern von Hovestat und den Soestern, die sich für den Fall eines Sieges das Amt Oestinghausen und die Burg Hovestat als Kriegsbeute vorn Herzog von Cleve erbeten hatten.
Postexpedition Hoffstadt 1669 Im Schutze der Burg siedelten sich in der -erstmals um 1630 urkundlich erwähnten- "Neustadt" Bürger an. Der Bau einer Poststraße in den Jahren 1650 - 1660 zwischen Berlin bis Wesel durch den Großen Kurfürsten entlang der Lippe hat gewiß die Ansiedlung gefördert. Aus einer brandenburg-preußischen Postordnung von 1669 geht hervor, daß die zweimal wöchentlich nach Wesel gehende Post über die "Postexpedition in Hoffstadt" führte.
Der an dieser Poststraße liegende Hof Alte Eickman im Besitz der Familie Feldhus (Velthus gt. Grumme) war einer der wenigen Bauernhöfe in Hovestadt. Die meisten Einwohner waren besitzlose Landarbeiter und Handwerker im Dienste der adligen Herren auf Hovestadt.
Schloss Hofstadt im Besitz der Grafen von Pletteberg-Lenhausen Als Johann Heinrich Beerhues 1789 aus dem Münsterland in das kurkölnische Hofstadt kam, wohnten dort auch viele jüdische Familien. Graf Clemens von Plettenberg-Lenhausen hatte um 1730 gegen Zahlung von l00 Thalern und Entrichtung einer jährlichen Bodenrente die Ansiedlung -d.h. den Bau von Häusern auf seinem Grund und Boden- erlaubt.
Zu dieser Zeit 1730 - 40 erhielt die Schloßanlage durch den Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun ihr heutiges Gesicht. Das 1563 - 72 von Laurenz von Brachum im Renaissancestil erbaute Schloß wurde um die Galerie erweitert, die Gebäude im Vorhof mit den Brückenanlagen wurden erbaut sowie der Garten im Stile der Epoche des französischen König Ludwigs XIV angelegt.
Die damalige Herrlichkeit Hofstadt war kirchlich Oestnghausen zugeordnet. Auf Veranlassung der verwitweten Gräfin Sophia von Plettenberg errichteten um 1750 Franziskaner aus Rietberg in Hofstadt eine "Missionsstation", um die Seelsorge und den Schulunterricht zu gewährleisten.

Schloß Hovestadt 1840
 Die Schlacht bei Vellinghausen 1761 Die folgenden Jahrzehnte brachten schwere Zeiten, denn auch der Raum an der Lippe blieb von den Auswirkungen des 7-jährigen Krieges nicht verschont. Französische Truppen unter den Marshällen Broglie und Soubise und alliierte Truppen unter Ferdinand von Braunschweig wurden in den Jahren 1758-62 zu wahren Plagegeistern für Soest und die Soester Borde. Am 15. und 16. Juli 1761 besiegte Prinz Ferdinand von Braunschweig bei Vellinghausen eine französische Armee unter Broglie und Soubise. Die im Jahre 1737 von den Brüdern Cree gestiftete St. Anna-Kapelle in Nordwald wurde in der Nacht vom 16./17. Juli der Ort einer geschichtlichen Begebenheit. Denn hier übernachtete der Marshall Broglie auf seinem Rückzug von dem 10 km entfernten Vellinghausen; einige Tage zuvor war er in Hofstadt noch glänzend bewirtet worden.
An die Übersiedlung des Münsterländer Reerhues im Jahre 1789 nach Hovestadt erinnert der eichene Deckelkoffer. Der mit eisernen Bändern beschlagene Koffer trägt an der Vorderseite die Inschrift:
johannes henricus bierhaus 1789 - 17. mey


Es ist wahrscheinlich, daß der Hochzeitswagen mit diesem Koffer und der Ausstattung entweder über die Holzbrücke bei "Keßlarn" oder mittels einer beweglichen Schiffsbrücke -Ponte genannt- die Lippe bei Herzfeld überquert hat. Die erste feste Lippebrücke zwischen Herzfeld und Hovestadt ist nämlich erst 1793 erbaut worden.
Aus der am 13.5.1789 geschlossenen Ehe sollen nur zwei Kinder geboren sein. Aus den alten Kirchenbüchern in Oestinghausen wird bekundet, daß
Maria Elisabeth Beerhus Clemens August Beerhaus am l0.4.1790 getauft, am 23.1.1795 geboren und am gleichen Tage getauft,
Taufpaten: Taufpaten: Catharina Elisabeth Wolff Reichsgraf Clemens August und Philippus Klein von Plettenberg-Lenhausen und Maria Clara de Weichs.
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